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Ein Tag bei SOLA

Vom Morgenkreis bis zum letzten Gedanken.

Ein Schultag bei SOLA ist ruhiger, länger und ernster, als man denkt. Er ist auch fröhlicher, geräuschvoller und fordernder, als man denkt. Hier ist, wie er aussieht.


01 — Rhythmus

Wir haben unseren Tagesrhythmus aus der Praxis gebaut, nicht aus der Tradition. Die langen Blöcke, die späten Starts am Morgen, das gemeinsame Mittagessen, die echte Stille — all das hat Gründe, die wir begründen können.

Hochbegabte Kinder brauchen besonders zwei Dinge, die im üblichen 45-Minuten-Takt der Regelschule kaum möglich sind: längere Phasen ungestörter Vertiefung und soziale Zeit mit Peers, die sie wirklich verstehen. Unser Rhythmus nimmt beides ernst.

02 — Der Tag

Acht Fenster.

  1. 08:15 Ritual

    Offener Start

    Ankommen, lesen, schreiben, plaudern. Kein Klingeln, keine Hektik. Lehrperson ist präsent, nicht aktiv. Dauer: 45 Minuten.

  2. 09:00 90 Min · Einzelniveau

    Deep Work — erster Block

    Neunzig Minuten konzentrierte Arbeit auf individuellem Niveau. Mathematik oder Sprache. Stille Atmosphäre, Kopfhörer erlaubt. Lehrperson arbeitet mit einzelnen oder kleinen Gruppen.

  3. 10:30 Bewegung

    Pause draussen

    Fünfzehn Minuten. Wirklich draussen, bei jedem Wetter. Kein Handy, keine Pausenaufsicht-Theater — freie Bewegung, freies Gespräch.

  4. 10:45 Projektbasiert

    Projekt — Vormittagsblock

    Hier wird jahrgangsübergreifend am aktuellen Projekt gearbeitet. Kinder aus zwei oder drei Jahrgangsstufen zusammen, Expert:innen ins Haus geholt, echte Fragen, echte Werkstücke.

  5. 12:45 Kultur

    Gemeinsames Mittagessen

    Warmes Essen am Tisch, gedeckt von den Kindern. Ohne Handy, mit Tischgespräch. Die Tischgruppen wechseln, die Themen auch. Auch die Erwachsenen essen mit.

  6. 14:00 Vertiefung

    Enrichment — Wahlbereich

    Latein, Philosophie, Robotik, Theater, Musik, Kunst. Was in der Regelschule «Zusatz» wäre, ist bei uns Teil des Stundenplans. Kinder wählen pro Semester.

  7. 15:30 Metakognition

    Reflexion & Lerntagebuch

    Zwanzig Minuten Stille. Jedes Kind hält schriftlich fest, was heute gelang, was offen blieb, was morgen dran ist. Kein «Füllsel»-Tagebuch — echte Metakognition.

  8. 16:00 Freiraum

    Freie Zeit oder Abholung

    Garten, Bibliothek, Werkstatt, Gesellschaftsspiele — oder nach Hause. Betreuung bis 17:30 auf Wunsch.

03 — Die Woche

Fünf Tage, fünf Akzente.

Der Wochenrhythmus ist nicht identisch mit dem Tagesrhythmus. Jeder Wochentag hat einen leichten Themenakzent — um Variation und Vorhersehbarkeit zugleich zu bieten.

01 Montag
Auftakt · Projektstart, Wochenziele, Lesekreis
02 Dienstag
MINT-Schwerpunkt · Experimentierwerkstatt
03 Mittwoch
Schulfreier Nachmittag · Exkursion oder Einzelgespräche
04 Donnerstag
Sprachen · Literaturkreis, Lateinstunde
05 Freitag
Abschluss · Präsentation, Wochenfeedback, Klassenrat

04 — Rituale

Kleine wiederkehrende Momente.

Rituale geben Kindern Orientierung — besonders 2E-Kindern, für die Übergänge oft schwierig sind. Diese Rituale tragen unseren Alltag.

01

Die stille erste Minute

Jede Lernphase beginnt mit einer Minute Stille. Sie gibt dem Gehirn Zeit, den Fokus zu wechseln.

02

Das Tischgespräch

Am Mittagessen gibt es eine Frage des Tages — manchmal philosophisch, manchmal albern, immer einladend.

03

Der Freitagskreis

Am Ende jeder Woche sitzen alle im Kreis. Jedes Kind teilt, was in der Woche wichtig war — kurz, freiwillig, gehört.

04

Das Jahresbuch

Jedes Kind führt ein eigenes, physisches Jahresbuch. Keine Mappe, kein Ordner — ein Buch, das am Ende des Schuljahrs zählt.

05

Das Abschiedsgespräch

Am Ende jedes Tages: dreissig Sekunden mit der Bezugslehrperson. «Wie war dein Tag?» — ehrliche Antwort, gehört.

06

Barfuss im Haus

In den Innenräumen ziehen wir die Schuhe aus. Ruhiger, gesünder, würdiger.

Kommen Sie zu einem Besuchstag.

Einmal pro Monat öffnen wir die Schule für interessierte Familien. Sie beobachten einen echten Schultag — nicht eine inszenierte Präsentation.